Gesunde Augen
und ein klarer Blick ein Leben lang!

Fehlsichtigkeiten wie die Kurzsichtigkeit oder Altersweitsichtigkeit lassen sich meist mit einer Brille beheben, so dass unsere Sehkraft wieder bei 100% liegt. Aber es gibt auch verschiedene Erkrankungen der Augen, und diese können das Sehen erheblich beeinträchtigen und zu einer Sehverminderung beitragen. Nicht alle Augenerkrankungen lassen sich schulmedizinisch ausreichend behandeln, wie z.B. die trockene Form der Makuladegeneration oder genetisch bedingte Veränderungen am Auge.
Allgemein gesehen nehmen Augenerkrankungen zu, und das schon bei jüngeren Menschen. Einer der Gründe ist sicher unsere verändertes Sehverhalten mit zu viel Zeit vor Monitoren, in Innenräumen und zu wenig Bewegung, Sauerstoff und Tageslicht.
Die wichtigsten Erkrankungen seien hier kurz erwähnt
- Makuladegeneration: Eine Erkrankung der Netzhaut, an der Stelle des schärfsten Sehens, der Makula. Dort können Sehzellen degenerieren oder absterben, was zur Folge hat, dass das zentrale Sehen, das scharfe Sehen nachlässt, und z.B. das Erkennen von Gesichtern immer schwerer fällt oder gerade Linien verzerrt erscheinen. Es gibt eine trockene Form, die AMD (altersbedingte Makuladegeneration) und eine feuchte Form, die nAMD (neurovaskuläre altersbedingte Makuladegeneration). Früher erkrankten vor allem ältere Menschen an der AMD, die Diagnosestellung erfolgt heute oft schon bei unter 50-jährigen. Etwa 7 Millionen Menschen sind in Deutschland von einer der beiden Formen betroffen.
- Glaukom, der Grüne Star: Hier handelt es sich um eine Erkrankung des Sehnervs und eine damit einhergehende Schädigung von Nervenzellen, die zu Gesichtsfeldausfällen und unbehandelt zu einem Sehverlust führen kann. Ein Risikofaktor ist ein erhöhter Augendruck, es gibt aber auch das Normaldruck- oder Niederdruck-Glaukom mit Werten im Normbereich. Eine Augendruckmessung einmal im Jahr zur Früherkennung ab etwa 40 Jahren ist sinnvoll, denn den erhöhten Druck spürt man selbst nicht. Ist der Druck über Jahre unbemerkt hoch, kann das zu Sehstörungen führen und zu einer Einschränkung des Gesichtsfeldes, so dass z.B. Autofahren nicht mehr möglich ist. Betroffen von dieser Augenerkrankung sind in Deutschland fast eine Million Menschen.
- Katarakt, der Graue Star: Eine Eintrübung der Augenlinse, die zu unscharfem Sehen, zu erhöhter Lichtempfindlichkeit und einem verminderten Farbensehen führen kann. Diabetes, Rauchen, auch Bildschirmarbeit können die Entstehung begünstigen. Meist liegt auch eine Übersäuerung durch jahrelange falsche Ernährung als zusätzliche Ursache zu Grunde. Abhilfe schafft eine künstliche Ersatz-Linse, durch die das scharfe Sehen meist wieder vollständig hergestellt werden kann. Ca. die Hälfte der Bevölkerung ist irgendwann davon betroffen. Bei beginnendem Grauen Star kann ein Fortschreiten manchmal durch die Umstellung auf eine gesunde, basische Ernährung und durch gezielte Detox-Anwendungen zur Entsäuerung gestoppt werden.
- Trockene Augen: Gerade im Alter werden die Augen oft nicht mehr so gut befeuchtet, was mit einer Veränderung und einer Verringerung des Tränenfilms zusammenhängen kann. Auch Ursachen wie Medikamente, Krankheiten, Umwelteinflüsse, Hormonumstellung oder die zunehmende tägliche Bildschirmzeit können auch schon bei Jüngeren zu den unangenehmen Symptomen wie Sandkorngefühl, Schmerzen, Jucken, Rötung und schlechterem Sehen führen. Etwa 8 Millionen Menschen leiden unter trockenen Augen, Tendenz steigend.
- Diabetische Retinopathie: Hier zeigen sich Veränderungen auf der Netzhaut, die im Rahmen der Erkrankung auftreten und zu einem schleichenden Sehverlust führen können. Etwa ein Drittel der Diabetiker (Typ 1 und 2) ist davon betroffen. Eine regelmäßige Kontrolle beim Augenarzt und die exakte Blutzuckereinstellung sind dabei von großer Bedeutung.

Um die Augengesundheit, auch vorbeugend, zu schützen und die Sehkraft bis ins hohe Alter zu erhaltengibt es Einiges was man selbst tun kann und hilfreiche Tipps zu gutem Licht und gesunder Ernährung. Bewährte alternative Therapiemöglichkeiten bei Augenerkrankungen bietet die komplementäre Medizin mit verschiedenen Naturheilverfahren und Behandlungskonzepten an.
- Der regelmäßige Besuch bei einem Augenarzt sollte ab einem Alter ab 40 Jahren einmal im Jahr stattfinden. Dort wird der Augendruck gemessen und die Netzhaut und der Sehnerv untersucht. Auch Anzeichen einer Netzhautveränderung oder eines beginnenden Grauen Star kann der Arzt so frühzeitig feststellen.
- Die Digitalisierung und damit die Augenbelastung durch Bildschirmarbeit, Smartphones und Co. nimmt kontinuierlich zu. Stundenlanges Schauen aus nächster Nähe in das blaue Licht der Monitore ist für die Augengesundheit nicht förderlich. LED Licht ist kurzwelliges und sehr energiereiches Licht und kann dadurch die Augen auf lange Zeit schädigen. Der Rotanteil des künstlichen Lichts, der in Glühlampen noch sehr hoch war, ist dem hohen Blauanteil in LED Lampen gewichen. Die Zunahme der Makuladegeneration und des Grauen Star bei jüngeren Menschen im Zusammenhang mit Blaulicht wird diskutiert. Notwendig wäre deshalb zum Schutz der Augen orange Blaulichtschutz-Brillen zu tragen. Diese filtern das blaue LED Licht bis nahezu 99% heraus und führen gleichzeitig zu einem kontrastreicheren und entspannteren Sehen.
- Auch digitale Sehbeschwerden wie trockene, gerötete Augen, Augenmigräne, verschwommenes Sehen oder Doppeltsehen und Kopfschmerzen können durch zu viel „Schau-Zeit“ an Monitoren entstehen. Und vielfach klagen Bildschirmarbeitende abends über sehr müde Augen, Schwierigkeiten in der Nacht gut zu sehen oder Lichtempfindlichkeit. Augenpausen mit Entspannungsübungen und Sehtraining zum Erhalt der Sehkraft sowie digitales Fasten in der Freizeit könnten hier Abhilfe schaffen.
- Ernährung: Unsere Augen, vor allem die Netzhaut und unser Gehirn sind stark durchblutet und benötigen besonders viele Nährstoffe, um gut zu funktionieren. Die Vitamine A, C, E und der B-Komplex, Omega 3 Fettsäuren und Zink sind deshalb essentiell für die Augengesundheit und wirken gegen Entzündungen. Außerdem schützen Antioxidantien wie Lutein, Anthocyane und Carotinoide die Augen vor freien Radikalen, die gesunde Zellen schädigen können. Viele dieser wertvollen Nährstoffe und Vitamine finden sich kombiniert in grünem Blattgemüse, in Brokkoli, Spinat und Grünkohl aber auch in vielen Beeren, wie Heidelbeere, Apfelbeere, Brombeere, Holunder etc. In einer Studie zu altersbedingten Augenerkrankungen (AREDS-Studie 2001, 2012) wurde die Wichtigkeit von Antioxidantien und Spurenelementen betont.
- Sonnenschutz ja, aber….. Wir sind Lichtmenschen und leben durch Licht und sehen mit Licht. Sonnenbrillen sind durchaus sinnvoll z.B. im Schnee wegen starker Reflexion, in den Bergen wegen erhöhter Strahlung, auf dem Wasser, wenn es sehr spiegelt und beim Autofahren, wenn uns die aufgehende oder untergehende Sonne blendet. Das ständige Tragen von Sonnenbrillen verringert allerdings die Fähigkeit der Augen sich an verschiedene Lichtverhältnisse anzupassen, wozu die Augen normalerweise in der Lage sind. Erst in den 60er Jahren wurde die Sonnenbrille zum modischen Accessoire, und sie hat seither einen ständigen Aufwärtstrend erlebt. Die meisten Sonnenbrillen sind allerdings sehr dunkel und filtern alle Farben heraus, was zu Störungen im Bio-Rhythmus führen kann oder sogar zu unscharfem Sehen. Unsere Augen brauchen Tageslicht, und das Licht, das über die Augen aufgenommen wird, stimuliert unser Hormon- und Nervensystem und regt die Produktion von Vitamin D an.
- Das Rauchen, Alkoholkonsum, zu wenig Bewegung und Aufenthalt an der frischen Luft bei Tageslicht können die Sehkraft beeinflussen. Eine Übersäuerung des Körpers durch falsche bzw. einseitige Ernährung schadet den Augen ebenfalls.
Viele Augenerkrankungen lassen sich – neben der ärztlichen Versorgung – mit Therapien aus der Naturheilkunde und spezifischen Augenheilmitteln gut behandeln. Besonders hervorzuheben ist hier die Augen-Akupunktur, die wie eine Kur über eine bis zwei Wochen bei tgl. 2-5 Akupunktursitzungen stattfindet. John Boel aus Dänemark war einer der Pioniere dieser Methode und er konnte vielen Menschen damit helfen.
Die Augen-Akupunktur findet Anwendung bei den häufigsten Augenerkrankungen, wie oben genannt, ist aber auch bei Augenthrombosen, verschiedenen Netzhauterkrankungen und z.B. bei starker Kurzsichtigkeit die Therapie der Wahl. Das Besondere an dieser Augen-Kur ist die Häufigkeit der Anwendungen. Damit soll ein Prozess angeregt werden, der zum einen die Selbstregulation des Körpers aktiviert und zum anderen die Gehirnregionen stimuliert, die für das Sehen gebraucht werden. Unsere Netzhaut mit den Sehzellen ist ein vorgelagerter Teil des Gehirns und von dort werden Nervenimpulse zu unserer Sehrinde im Hinterkopf, dem Großhirn, geleitet.
Unterstützend wird bei der Augen-Therapie-Kur eine Farblichtbestrahlung eingesetzt, denn bestimmte Farben haben Auswirkungen auf unsere Sinnesorgane und wirken ausgleichend auf unser Gemütssystem. Augenübungen zur Stärkung der Sehkraft gehören genauso zu diesem Behandlungskonzept, wie eine Beratung bzgl. Licht, Arbeitsplatz und einem Ernährungsplan für die „richtige“ Augen-Ernährung.

Alltagstipps für gesunde Augen
- Blinzeln: Je häufiger wir blinzeln, desto besser wird der Tränenfilm auf den Augen verteilt und das Gesehene wird auch besser verarbeitet. Wer viel vor dem Bildschirm sitzt blinzelt meistens zu wenig.
- Befeuchten der Augen: Besonders zur Winterzeit, wenn man sich viel in Räumen aufhält, mit wenig Luftfeuchtigkeit, kann das zu müden und trockenen oder angestrengten Augen führen. Das Befeuchtung der Hornhaut mit spezifischen Augentropfen tut gut, auch kühlende Augenauflagen können eine Wohltat sein. Besonders hilfreich für Bildschirmarbeitende sind Lipidsprays, die man auf die geschlossenen Augenlider sprüht. Sie versorgen die Augen von außen mit Liposomen und geben ein angenehmes und entspannendes Gefühl.
- Augenpausen: Wer viel am Bildschirm arbeitet, sollte genügend Pausen für die Augen einlegen. Dafür den Blick regelmäßig, ca. alle 10 Minuten, kurz in die Ferne richten, blinzeln, weiterarbeiten. Bei längeren Pausen, in denen man dann nicht auf dem Smartphone die neuesten Nachricht checkt, ist Bewegung und frische Luft eine Wohltat für Augen und Körper und Geist.
- Augenentspannung: Gähnen, häufiges Blinzeln, Lächeln, Grimassen schneiden und Palmieren - alles Entspannung pur für die Augen.
- Augen- und Sehtraining: Übungen für gutes, entspanntes und beschwerdefreies Sehen. Mehr über das Seh-Training und die Entspannung der Augen finden Sie in dieser Ausgabe in einem eigenen Beitrag.
- Schlafen in der Dunkelheit: Unsere Sehzellen, die Zapfen und die Stäbchen regenerieren in der Dunkelheit. Wichtig für die Augengesundheit ist deshalb der Schlaf in einem dunklen Zimmer. Licht, das ein Funkwecker ausstrahlt, das Blinken eines Rauchmelders oder etwa das Standby Licht vom Fernseher kann die Regeneration der Augen beeinflussen und unsere Hypophyse empfindlich stören. Digitale Geräte gehören grundsätzlich nicht in den Schlafraum. Ist die nächtliche Dunkelheit nicht gewährleistet, weil etwa Rollläden fehlen und das Straßenlicht ins Zimmer scheint, empfiehlt es sich, eine Schlafbrille zu tragen.
- Leber entgiften: Wenden wir uns unseren Organen zu. In der TCM, der traditionellen chinesischen Medizin, werden die Augen der Leber zugeordnet. „Die Leber ist die Mutter der Augen“ heißt es da. Die Leber, unser Multi-Entgiftungsorgan ist an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt und versucht den Körper von Schadstoffen – ob Medikamente, Alkohol, falsche Ernährung, Umweltgifte zu befreien. Ist sie damit überfordert, wird sie nicht gleich krank, aber die Energie wird weniger. Das äußert sich häufig in zunehmender grundloser Müdigkeit, in Hautproblemen und Juckreiz und in Stimmungsschwankungen und Sehstörungen. Höchste Zeit an eine Leberentgiftung zu denken. Leberwickel können hilfreich sein, ausreichender Schlaf, und eine Leberkur mit spezifischen Naturheilmitteln wie Mariendistel, Artischocke etc.
- Nieren und Augen: Neben der Leber und dem Darm gehören auch die Nieren zu unseren wichtigen Entgiftungsorganen. Die Nieren regulieren u.a. den Wasser- und Mineralstoff-Haushalt und sind zuständig für das Säure-Basen-Gleichgewicht im Körper. Hat man Probleme mit zu trockenen oder ständig tränenden Augen könnte eine Anregung der Nierentätigkeit sinnvoll sein. Dazu gehört, auf die ausreichende Trinkmenge zu achten, Nierentees mit Goldrute, Brennessel, Hafer, Bärentraubenblätter, Löwenzahn um nur einige Heilpflanzen zu nennen, sorgen für eine gute Durchspülung und Reinigung der Nieren.
- Detoxen mit dem Ionis-Entgiftungs-Fußbad ist eine mögliche und schonende Therapie zur Reinigung und Entlastung unseres Organismus. Leber, Nieren, Magen/Darm, Haut und Lymphe werden zur Entgiftung angeregt, was für mehr Wohlbefinden sorgt und die Ausscheidung und Entschlackung und Entsäuerung des Körpers fördert.
- Lidrandmassage: Mit einem Wattestäbchen, das in etwas Öl getränkt ist, vorsichtig am unteren Lidrand entlang massieren. So werden die Meibom`schen Drüsen angeregt, das für die Zusammensetzung des Tränenfilm nötige Fett abzusondern.
- Rotes Licht für gesunde Augen: Bei Studien des University College in London von 2020 wurde die Auswirkung von rotem Licht mit einer Wellenlänge von 670 nm auf die Augen untersucht. Herauskam, dass das rote Licht die Alterung der Augen aufhalten und die Sehkraft, sowie das Kontrastsehen verbessern kann. Wirksam ist diese Anwendung allerdings nur bei Menschen über 40 und nur, wenn die Bestrahlung morgens zwischen 8 und 9 Uhr Sommerzeit stattfindet. Geeignet für diese Lichttherapie ist eine Rotlichtlampe mit der Wellenlänge von 670 nm (keine Infrarotlampe), zu beziehen bei der Firma Nuuva oder alternativ dazu kann auch eine rote Farblichtbrille der Firma Prisma getragen werden.
Interessant in diesem Zusammenhang ist auch der Gedanke, die Augen nach langer Bildschirmtätigkeit mit dem sehr blauen und energiereichen Licht als Ausgleich für einige Zeit mit rotem Licht zu bestrahlen oder eine rote Brille zu tragen. Das Lichtspektrum von LED Leuchten enthält davon zu wenig. Mit Farbbrillen sollte man allerdings nicht in die Sonne schauen, da sie keinen UV-Schutz haben.
Und zum Schluss: Behalten Sie ihre Augen im Blick!
Sich um seine Augen zu kümmern und allgemein auf die Gesundheit und körperliches Wohlbefinden zu achten, erhält eine gute und gesunde Sehkraft bis ins hohe Alter. So bewahren Sie sich allzeit eine klare Sicht und hoffentlich immer den richtigen Durchblick.
Bernadette Epp-Wöhrl
Heilpraktikerin