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Körper und Seele im Gleichgewicht

Der Zusammenhang zwischen Spiritualität und Übergewicht

In unserer hektischen Welt sehnen sich viele Menschen danach, Körper und Seele wieder in Einklang zu bringen. Doch im Trubel des Alltags vergessen wir oft, wie stark unser körperliches Wohlbefinden mit unserer inneren Welt verwoben ist. Unser Körper trägt die Last unserer Emotionen, unserer Gedanken und all der unausgesprochenen Gefühle, die wir mit uns herumtragen.

Spiritualität kann uns dabei helfen, diese Verbindung neu zu entdecken – sie öffnet uns die Tür zu einem tieferen Verständnis für uns selbst. Sie zeigt uns, dass unser Körper nicht nur ein Instrument ist, das funktioniert oder versagt, sondern ein empfindsames Gefäß, das all die Freuden und Belastungen unseres Lebens in sich aufnimmt. Und ja, auch unser Verhältnis zum eigenen Körper, zu Themen wie Übergewicht, kann durch diese innere Arbeit beeinflusst werden.

Gibt es einen Zusammenhang? Ja, dieser Zusammenhang ist tief und berührend. Spiritualität wirkt auf mehreren Ebenen – im Herzen und im Körper. Sie lädt uns ein, Frieden mit uns selbst zu schließen, besonders in Zeiten von Stress und emotionalem Essen. Durch Achtsamkeit lernen wir, auf die Signale unseres Körpers zu hören und bewusst mit ihm umzugehen. Dieser achtsame Umgang kann uns sanft zu einem gesünderen Lebensstil führen, weg von den Mustern, die uns oft festhalten.

Gemeinsamkeiten und Zusammenhänge: Emotionale und psychische Ebene

Doch was steckt hinter Übergewicht? Es ist nicht nur eine Frage der Kalorien. Übergewicht ist das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels verschiedener Faktoren, die sowohl körperlicher als auch emotionaler Natur sind. Biologisch gesehen nehmen wir dann zu, wenn wir mehr Energie aufnehmen, als unser Körper verbrennt. Doch dieser einfache Mechanismus wird oft durch tiefere Ursachen beeinflusst.

Eine sitzende Lebensweise, genetische Veranlagungen oder hormonelle Ungleichgewichte können die Gewichtszunahme fördern. Doch ebenso wichtig sind die psychologischen Einflüsse – Stress, Angst und die täglichen Herausforderungen des Lebens. Diese Belastungen führen oft dazu, dass wir Trost im Essen suchen. Nahrung wird zur Belohnung, zum Trost oder zur Ablenkung. Unser Umfeld, das uns häufig mehr ungesunde Optionen als gesunde bietet, verstärkt diesen Kreislauf.

Jede dieser Ursachen kann einzeln oder in Kombination dazu beitragen, dass jemand Übergewicht entwickelt. Verständnis für diese Faktoren zu haben, ist der erste Schritt, um nachhaltige Lösungen zu finden.

Ausgleich von innerem Mangel mit äußerer Fülle

Übergewicht ist oft mit emotionalem Essen, Stress und einem gestörten Selbstbild verbunden. Spiritualität kann dazu beitragen, die Ursachen übermäßigen Essens zu erkennen und aufzulösen. Zunächst einmal müssen wir herausfinden, warum und wann wir zu viel essen. Die Ursachenforschung ist deswegen so wichtig, damit wir nicht die Symptome bekämpfen, sondern den Ursprung finden, um ihn schließlich nachhaltig zu verändern.

Wenn wir uns mit unserem Innenleben auseinandersetzen und an unserer Weiterentwicklung arbeiten, spricht man von Persönlichkeitsentwicklung. Häufig liegt diesem Prozess eine Beeinträchtigung unseres Selbstbildes zugrunde – ein Moment oder eine Erfahrung, die eine innere Lücke hinterlassen hat. Um diesen empfundenen Mangel zu kompensieren, greifen wir unter anderem zum Essen. Ein Gefühl des Mangels ist stets mit einer inneren Suche nach etwas verbunden, die meist unbewusst abläuft. Doch wonach suchen wir eigentlich? Und welche Bedürfnisse versuchen wir durch Essen zu stillen?

Tiefes Eintauchen in unser Innerstes

Unser Innerstes verrät uns, was wir brauchen, um unsere Bedürfnisse zu stillen. Diese Bedürfnisse könnten sein: mehr Ruhe und weniger Stress, mehr Abwechslung, Suche nach Kontakt mit anderen Menschen, Verdrängung von Ängsten und Zweifeln, übertriebener Perfektionsanspruch, mangelnde Abgrenzung, Suche nach Schutz oder Suche nach nicht erhaltener Zuwendung.

Gründe für Übergewicht

Was könnten die Gründe für Übergewicht im Einzelnen sein? Auch wenn es abgedroschen klingt: Viele Ursachen liegen in der Kindheit begründet. Hier drei Beispiele, von denen es sicherlich noch mehr gibt.

Suche nach Schutz

Wenn es uns nicht gelingt, auf andere Weise Schutz zu finden, können die Fettpölsterchen unbewusst eine Barriere nach außen darstellen. Bildlich gesehen bieten sie uns eine gewisse Pufferzone bei unangenehmen Zeitgenossen, verletzenden Gefühlen oder bedrohlichen Situationen. Wir haben das Gefühl, dass wir uns mit jedem Gramm an „zuviel“ emotional distanzieren können, was Sicherheit vermittelt. Entweder sehen uns die anderen dadurch nicht oder wir verstecken uns dahinter. Leider kommt es durch die Distanz zu anderen zur Isolation.

Fehlende Mutterliebe

Wie war unser Verhältnis zur Mutter? Gab sie uns in der Kindheit ausreichend Liebe und Zuwendung? Hat sie echtes Interesse an uns und unseren Aktivitäten gezeigt, oder hatten wir das Gefühl, lästig zu sein?

Mutterliebe erzeugt Selbstliebe. Jedes Kind hat ein anderes Bedürfnis nach Nähe und Zuneigung. Gehen wir davon aus, dass eine Mutter ihr Bestes gibt, so heißt das noch lange nicht, dass sie genau die Bedürfnisse des Kindes trifft. Oft liegt die Kindheit in der geschäftigsten Phase einer Mutter. In der Zeit zwischen 30 und 40 Jahren verankert sich die Aufbauphase. In dieser Spanne bauen sich Eltern meistens ihre berufliche und private Existenz auf und sind sehr beschäftigt. Haben Kinder darin Platz, und wie viel?

Selbstabwertung des Körpers

Wer die Sprüche wie „Du bist hässlich“, „Du bist nicht so hübsch wie …“ und „Du bist zu dick“ kennt, der weiß, wie verletzend sie sind. Sie verinnerlichen sich als Zuschreibungen und wir tragen sie so lange mit uns herum, bis wir sie lösen. Doch bis dahin reagieren wir, indem wir diese negativen Glaubenssätze bedienen. Wir werten unseren Körper ab und „fressen“ alles in uns hinein und bestätigen als selbsterfüllende Prophezeiung die Bewertung der anderen.

Raus aus der Spirale

Spirituelle Praktiken wie Meditation, Achtsamkeit und Gebet können helfen, mit Stress, Angst oder negativen Gefühlen besser umzugehen. Damit schulen wir unser Bewusstsein für den eigenen Körper und Geist. Dadurch gehen wir achtsamer mit Lebensmitteln um. Wir essen bewusster und erkennen schneller, wann wir wirklich Hunger haben, oder wann wir nur aus emotionalen Gründen essen.

Spiritualität betont oft die Verbundenheit von Körper, Geist und Seele. Erkennen wir, dass unser Körper unser Gefäß ist, mit dem wir hier auf der Welt stehen, sorgen wir besser für ihn, z. B. durch gesündere Ernährung und mehr Bewegung. Spiritualität kann das Selbstwertgefühl stärken und lehrt, wie wir liebevoller mit uns selbst umgehen. Ein positives Selbstbild motiviert eher, gesündere Gewohnheiten zu etablieren.

Stress führt oft zu Gewichtszunahme durch erhöhte Cortisolwerte und unkontrolliertes Essen. Gezielte spirituelle Praktiken reduzieren Stress, was sich positiv auf das Körpergewicht auswirken kann.

Kann Spiritualität beim Abnehmen helfen?

Ja, Spiritualität kann definitiv eine unterstützende Rolle beim Abnehmen spielen:

  • Achtsames Essen: Spirituelle Praktiken wie Achtsamkeit fördern bewusstes Essen. Langsames Kauen, das Schätzen von Lebensmitteln und ein Gefühl der Dankbarkeit können Heißhungerattacken reduzieren.
  • Emotionale Heilung: Meditation und innere Reflexion helfen, emotionale Blockaden oder negative Glaubenssätze zu erkennen, die oft zu ungesundem Essverhalten führen.
  • Körperliche Bewegung: Körperliche Aktivität bringt geistige Entspannung. Sie fördert nicht nur den Muskelaufbau und die Flexibilität, sondern ist ein Ventil, um Stress zu reduzieren, und unterstützt das Gewichtsmanagement.
  • Disziplin und Gewohnheitsänderung: Spirituelle Praktiken erfordern oft Disziplin (z. B. tägliche Meditation), die auch auf andere Bereiche wie Ernährung und Bewegung übertragen werden kann.
  • Spiritualität als Motivationsquelle: Viele Menschen empfinden in ihrer Spiritualität einen tieferen Sinn, der sie motiviert, ihr Leben bewusster und gesünder zu gestalten.

Schlussfolgerung

Spiritualität kann helfen, Übergewicht zu verlieren, indem sie zu einem bewussteren, achtsameren und stressfreieren Lebensstil führt. Sie wirkt nicht als schnelle Lösung, sondern als langfristige Unterstützung zur Verbesserung des Selbstwertgefühls, des emotionalen Wohlbefindens und des Umgangs mit dem eigenen Körper. In Kombination mit gesunder Ernährung und regelmäßiger Bewegung lernen wir unseren Körper und unsere emotionalen Bedürfnisse besser kennen. Damit kann Spiritualität zu einem bewussteren Umgang mit dem eigenen Körper beitragen und eine wertvolle Unterstützung auf dem Weg zu langfristigem Wohlbefinden sein.

Sabine Engels
Astrologin